Innovative Linertechnik bei laufendem Werkbetrieb

Geiger Kanalsanierung meistert komplexes Großprojekt auf Pharmagelände in Ingelheim

Ingelheim am Rhein – Unter außergewöhnlichen Rahmenbedingungen hat die Geiger Kanalsanierung eine technisch wie organisatorisch anspruchsvolle Kanalsanierungsmaßnahme auf dem Gelände eines namhaften Pharmabetriebs in Ingelheim am Rhein erfolgreich abgeschlossen. Die Arbeiten fanden vollständig innerhalb des Werksgeländes statt – bei gleichzeitig uneingeschränkt aufrechterhaltenem Produktions- und Werksverkehr.

Der sanierte Schacht
Der sanierte Schacht

Gegenstand des Projekts war die grabenlose Sanierung eines rund 400 Meter langen Maulprofils mit den Abmessungen 1300/900 Millimeter. Die Maßnahme stellte höchste Anforderungen an Planung, Sicherheit und Logistik, da der laufende Werkbetrieb mit hohem LKW-Aufkommen zu keiner Zeit beeinträchtigt werden durfte.

Eine besondere Herausforderung stellte das chemisch belastete Abwasser dar. Es machte umfangreiche Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen erforderlich: Absperrungen im Kanal durften ausschließlich mit Atemschutz durchgeführt werden, ein Einstieg in den Kanal war nur nach vorheriger Freigabe durch die Werksfeuerwehr zulässig. Zusätzlich wurde die gesamte Sanierungsstrecke regelmäßig gereinigt, freigemessen und erst nach dokumentierter Freigabe für Arbeiten ohne Atemschutz zugelassen.

Linereinzug
Linereinzug

Die komplexen Abwasserverhältnisse erforderten zudem eine leistungsfähige und ausfallsichere Wasserhaltung. Insgesamt kamen zehn fest installierte Pumpen zum Einsatz, darunter zwei Pumpen mit jeweils 300 l/s sowie drei Pumpen mit jeweils 150 l/s, jeweils doppelt vorgehalten. Die Ableitung erfolgte über DN-600-Stahlleitungen. Ergänzend wurden fünf weitere Pumpen als temporäre, wandernde Wasserhaltung während des Linereinbaus eingesetzt.

Aufgrund der chemischen Belastung des Abwassers wurde ein speziell geeigneter VE-Liner eingesetzt. Zusätzlich stellte die Sonderform des Maulprofils besondere Anforderungen an die Aushärtung. Für eine gleichmäßige Aushärtung wurde der Liner mit Peroxiden versetzt, was eine geringe Lagerfähigkeit zu Folge hatte. Der Einbau musste daher exakt terminiert werden. Die Anlieferung erfolgte temperaturkontrolliert per Kühl-LKW, da der Aushärtungsprozess bereits ab einer Linertemperatur von 15 °C beginnt.

Der optimal an die Haltung angepasste Liner
Der optimal an die Haltung angepasste Liner

Die eigentliche Sanierung erfolgte in vier Linereinzügen, in denen sieben Haltungen mit Einzellängen zwischen rund 86 und 117 Metern saniert wurden. Die einzelnen Liner wogen dabei bis zu knapp acht Tonnen. Um den laufenden Werksverkehr nicht zu beeinträchtigen, wurden die Linereinbauten ausschließlich nachts durchgeführt. Tagesarbeiten wie die Hindernisbeseitigung, das Entfernen der Innenfolie sowie das Öffnen der Zuläufe übernahmen spezialisierte Handsanierungskolonnen.

„Die größte Herausforderung war das Zusammenspiel aus chemisch belastetem Abwasser, sehr hohen Wassermengen und der Sanierung innerhalb eines laufenden Pharmabetriebs“, erklärt Projektleiter Muharrem Tekin. „Nur durch eine detaillierte Vorbereitung, die enge Abstimmung mit dem Ingenieurbüro, dem Auftraggeber und der Werksfeuerwehr sowie das hohe Engagement aller Beteiligten konnten wir die Arbeiten sicher, termingerecht und in der geforderten Qualität umsetzen.“

Die Haltung vor der Renovierung

An der Umsetzung des Projekts waren neben der Geiger Kanalsanierung und dem Ingenieurbüro Sven Kämpfer mehrere spezialisierte Fachunternehmen beteiligt. Die KSM Umweltdienste GmbH & Co. KG übernahm die Reinigung, TV-Befahrung sowie die Unterstützung bei der Kanalabsperrung. Für die feste Wasserhaltung zeichnete die BL Wasserbau GmbH verantwortlich. Die Herstellung der Liner erfolgte durch die Impreg GmbH, deren Anwendungstechniker den Einbau fachlich begleiteten.

Vor Ort waren zahlreiche Fachkräfte im Einsatz, darunter ein Projektleiter, ein Anwendungstechniker für UV-Liner von Geiger, zwei Anwendungstechniker vom Linerhersteller, zwei Handsanierungskolonnen mit insgesamt sechs Mitarbeitenden, ein fünfköpfiges UV-Team sowie eine gesonderte Aufsicht für die groß dimensionierte Wasserhaltung.

Die renovierte Haltung

Die Projektlaufzeit gliederte sich in sechs Wochen Aufbau der Wasserhaltung, vier Wochen Sanierungsarbeiten sowie drei Wochen Rückbau. Trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen innerhalb eines sensiblen Industriebetriebs konnte das Projekt planmäßig, sicher und in hoher Ausführungsqualität abgeschlossen werden.

Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser Maßnahme bei laufendem Werkbetrieb unterstreicht die Geiger Kanalsanierung einmal mehr ihre Kompetenz bei technisch komplexen Sanierungen in sensiblen Industrieumgebungen.