Historischer Wellstahldurchlass ohne Straßensperrung saniert

Statische Sicherung eines historischen Durchlassbauwerks ohne Eingriff in den Straßenverkehr

In Oberbergkirchen, Ortsteil Irl, wurde ein Wellstahldurchlass unter der Kreisstraße MÜ28 erfolgreich mit dem Wickelrohrverfahren saniert. Auftraggeber der Maßnahme war das Landratsamt Mühldorf am Inn. Die Planung erfolgte durch das Ingenieurbüro Behringer und Partner. Die Arbeiten wurden im Zeitraum vom 8. Juni bis 23. Juli 2026 von der Geiger Kanaltechnik GmbH & Co. KG Niederlassung Regenstauf ausgeführt. Niederlassungsleiter Mario Bösl und Projektleiter Peter Weiß waren für die Angebotsbearbeitung und die spätere Durchführung verantwortlich.

Der alte Durchlass aus verschraubten Wellstahlsegmenten mit einer
Nennweite von DN 1900/2100 wies aufgrund fortgeschrittener Korrosion erhebliche Schäden am Rohrmaterial auf. Das Hauptziel der Maßnahme war die statische Sicherung des Bauwerks sowie die langfristige Wiederherstellung seiner Funktionsfähigkeit.

Fortgeschrittene Korrosion – erhebliche Schäden am Rohrmaterial © Geiger Kanalsanierung

Historisches Bauwerk mit einer besonderen Bedeutung

Bei dem Durchlass handelt es sich um den Ablauf eines Staubauwerks unter der Kreisstraße MÜ28. Sein Zweck ist es, den Weihergraben aufzustauen und so im Winter eine natürliche Eisstockbahn entstehen zu lassen. Auf dieser Eisfläche wurden in der Vergangenheit auch Weltmeisterschaften im Eisstockweitschießen ausgetragen. Damit besitzt der Durchlass nicht nur eine technische, sondern auch eine historische Bedeutung.

Tiefbau vermieden – Straße blieb uneingeschränkt nutzbar

Die Entscheidung für das Wickelrohrverfahren SWP wurde getroffen, da eine Erneuerung im offenen Tiefbau erhebliche Eingriffe in die Kreisstraße erfordert hätte. Das Wickelrohrverfahren stellte die einzige wirtschaftliche Alternative zum vollständigen Neubau dar und ermöglichte eine Sanierung ohne umfangreiche Verkehrsmaßnahmen oder eine mehrwöchige Sperrung der Straße.

Nach vorbereitenden Arbeiten des Auftraggebers wurde der bestehende Wellstahldurchlass von der Geiger Kanaltechnik GmbH & Co.KG zunächst kalibriert und anschließend vorprofiliert. Im Anschluss
erfolgte der Einbau eines neuen Wickelrohres aus PVC-HI mit einem Innendurchmesser von DN 1720, zum Einsatz kam dabei ein SWP-XL-System.

Nach dem Einwickeln des neuen Rohres wurde der Ringspalt mit Dämmmaterial verfüllt. Für die Ausführung kamen spezielle Wickelmaschinen mit dem entsprechenden Systemequipment zum Einsatz. Eine Wasserhaltung war während der gesamten Bauzeit nicht erforderlich.

Neues Rohr: PVC-HI Wickelrohr DN 1720 © Geiger Kanalsanierung

Wasserbauarbeiten als besondere Herausforderung

Eine besondere Herausforderung stellte die Gestaltung des Auslaufbereichs dar, um langfristig ein Ausspülen der Bachsohle zu verhindern. Es wurde eine Sohlschwelle aus Wasserbausteinen hergestellt, was neben technischem Know-how auch ein hohes Maß an Erfahrung und Kreativität erforderte.

Die enge Abstimmung zwischen den vorbereitenden Arbeiten des Auftraggebers und der ausführenden Wickelrohrkolonne von Geiger Kanaltechnik trug maßgeblich zum reibungslosen Bauablauf bei.

Auslaufbereich © Geiger Kanalsanierung

Nachhaltige Verbesserung der Gewässerführung

Durch die Sanierung konnte der Durchlass dauerhaft stabilisiert werden, und die glatte Innenoberfläche des neuen PVC-HI-Wickelrohres sorgt für eine verbesserte hydraulische Leistungsfähigkeit. Geschiebe und Wasser können damit deutlich besser abgeführt werden. Die neu gestalteten Ein- und Auslaufbereiche tragen zu einer optimierten Wasserführung bei und verbessern insbesondere bei Hochwasser die Abflusssituation.