Grabenlose Kanalsanierung des Vorflutkanals Witten-Stockum
Rund 2.500 Meter Kanal wurden im grabenlosen Verfahren nachhaltig saniert
In Witten-Stockum setzte die Entwässerung Stadt Witten (ESW) mit der Sanierung des Vorflutkanals auf eine grabenlose Lösung. Die Geiger Kanaltechnik GmbH & Co.KG erneuerte im TIP-Lining-Verfahren insgesamt 52 Haltungen der Nennweite DN 400 auf einer Länge von rund 2.500 Metern. Die Planung der Maßnahme erfolgte durch das Ingenieurbüro Infrafact GmbH.
Neben der Sanierung der Hauptleitung umfasste die Maßnahme auch die Anbindung von 17 Seitenzuläufen sowie 31 Schächten, die je nach Bedarf ebenfalls saniert wurden. Darüber hinaus wurden 22 Schächte außer Betrieb genommen. Das Auftragsvolumen betrug rund 1,175 Millionen Euro netto.

Schadensbild machte Sanierung erforderlich
Die Untersuchung des bestehenden Kanals zeigte deutliche altersbedingte Schäden. Korrosion an den Betonrohren, undichte Muffen sowie angeschlagene Stutzen machten eine Sanierung erforderlich. Das TIP-Lining-Verfahren wurde gewählt, da aufgrund der geringen Überdeckung des zu sanierenden Kanals hohe statische Anforderungen erfüllt werden mussten und die Schächte für größere Fahrzeuge nur eingeschränkt zugänglich waren.
Im Zuge der Ausschreibung wurde auch ein Wickelrohrsystem als Nebenangebot eingereicht, was jedoch aus hydraulischen Gründen nicht weiterverfolgt wurde.
Hohe Anforderungen an die Wasserhaltung

Eine besondere Herausforderung während der Bauausführung stellte die Abwasserüberleitung dar. Die Ausschreibung sah eine Förderleistung von bis zu 110 Litern pro Sekunde vor, während Messungen tatsächliche Abwassermengen zwischen 40 und 80 Litern pro Sekunde ergaben.
Da die Sanierungsarbeiten ausschließlich bei stabiler Trockenwetterlage durchgeführt werden durften und bei einsetzendem Regen sofort zu unterbrechen waren, wurde für die Bauzeit eine leistungsfähige Abwasserüberleitung eingerichtet. Hierzu wurden die Schachtzuläufe abgesperrt und das anfallende Abwasser über Pumpen und Leitungen umgeleitet. Um Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten, informierte die Geiger Kanaltechnik GmbH & Co.KG die betroffenen Anwohner bereits vor Beginn der Maßnahme über die anstehenden Arbeiten.

Effiziente Umsetzung im grabenlosen Verfahren
Die Sanierung erfolgte abschnittsweise mit dem TIP-Lining-Verfahren. Neben der Erneuerung der Hauptleitung wurden auch Seitenanschlüsse fachgerecht eingebunden und Schächte in die Maßnahme integriert. Für die Anbindung der Zuläufe kamen Sattelstücke zum Einsatz.
Mit der grabenlosen Bauweise konnte der Vorflutkanal nachhaltig instandgesetzt werden, ohne umfangreiche offene Baugruben herstellen zu müssen. So wurde die bestehende Infrastruktur effizient erneuert und langfristig für den weiteren Betrieb gesichert.

Ein herzliches Dankeschön an unsere Niederlassung Bochum für die erfolgreiche Umsetzung und das Engagement bei diesem Projekt!